Paartherapie – Ein Artikel zur Dynmanik

Paartherapie

Aus gegeben Anlass möchte ich heute einmal auf die Paartherapie kurz eingehen. Dazu stellt sich die Frage, wann macht denn eine sogenannte Paartherapie überhaupt einen Sinn? Da verhält es sich wie mit der Psychotherapie. Therapie wird immer dann nötig, wenn der Mensch sich im Verhalten und Erleben einschränken muss aufgrund dysfunktionaler Interaktionen oder aufgrund psychischer Konflikte. Paartherapie zielt dabei darauf ab, Verhalten und Erleben des Einzelnen wieder herzustellen. Und das ist der erste interessante Punkt. Es heißt Paartherapie und nicht “Sicherheitstherapie”. Eine gute Paartherapie stabilisiert nicht lang aufgebaute Verhaltensmuster, die aus den verschiedesten Gründen plötzlich ins Wanken geraten. Genau damit wäre niemanden geholfen.

Ganz oft steht zu erst die Frage im Raum: “Warum ist auf einmal alles anders?”

Dafür gibt es ganz verschiedene Gründe. Meistens verlieren sich die Dialogstrukturen. So wird immer weniger über Konflikte gesprochen, Gefühle werden weniger thematisiert und das Leben wird in Zusammenhang mit Arbeit, Kinder und bestimmter Ziele gebracht. Dafür zahlen die meisten Beziehungen ihren Preis, genau den, den die Beziehung am Anfang schön gemacht hat, das “Gefühl”. Gefühle führen immer zur Auseinandersetzung mit sich selbst und mit den Anderen. Dieses wiederum erfordert immer eine erhöhte Aufmerksamkeit von den Beteiligten und das bedeutet letztendlich, es kostet Zeit und Kraft. Genau diese muss man sich einteilen, weil ja Familie, Kinder (wenn vorhanden), der Job und persönlich Ziele (Bauvorhaben, Finanzierungen…etc.) genau diese Kraft und Aufmerksamkeit auch einfordern. Und genau da müssen beide für sich entscheiden, wieviel jeder von Ihnen in die Beziehung investiert.

Da kommen wir zu einem nächsten wichtigen Punkt. Den Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen. Das bedeutet, wie konsequent setzt jeder einzelne diese um? Das führt zu der Frage des Genießens. Immer weniger Menschen können wirklich genießen, sich fallenlassen und vertrauen. Das sind aber ganz entscheidende Punkte bei einer Partnerschaft. Denn entgegen allem Volksglauben, ist Beziehung nicht nur harte Arbeit, sondern die Fähigkeit B E I D E R sich fallenlassen zu können und zu genießen. Dabei spielt ein wichtige und entscheidende Rolle die Sexualität und Erotik. Verschwindet jenes aus der Beziehung, dann wird diese “kopflastig”. Das bedeutet, die Beziehung verliert ihren Trumpf, genau das, was sie dem Alltag vorraus hat, das Gefühl, das komplexe Erleben körperlich als auch seelisch.

Fehlt der Beziehung die Körperlichkeit, dann wird sie schnell als ein zusätzliches Problem wahrgenommen, das gleichberechtigt oder sogar nebensächlich neben den ganzen anderen Problemen des Alltags koexistiert und im Kopf in das Problemlösungsschema mit aufgenommen und genau so abgearbeitet wird. Das passiert dann in der Regel, wenn die Beziehung nicht mehr “funktioniert”. Dieses äußert sich dann meistens, das der Partner den Erwartungen nicht mehr entspricht, sich die Nähe reduziert, es öfterer Streit gibt, etc… Spätestens dann hat sich im System etwas geändert. Einer oder beide sind in ihrer Entwicklung ein Stück weiter und aufgrund des Alltags. Das haben dann beide nicht wahrgenommen und nehmen es auch nicht war. Da das Maß für die Beziehung, die Funktionalität geworden ist und nicht mehr das Erleben, führt dann die gescheiterte Funktionalität zum Therapeuten, was reichlich spät ist. Der Schritt zum Therapeuten hätte schon mit dem Verlust des Erlebens in der Beziehung (Erlebnisse aus Erfahrungen mit den anderen) geschehen sollen.

Eine häufige weitere Ursache ist die Wahl des Partners. Nicht wenige gehen in eine Partnerschaft, weil sie nicht allein seien wollen, aber nicht weil sie genau mit diesen Menschen zusammensein wollen. Ein verständlicher Wunsch, denn eine Partnerschaft bringt immer ein gewisses Maß an Sicherheit und Regelmäßigkeit mit sich. Und genau das ist für viele Menschen der auslösende Grund ein Beziehung einzugehen. Damit zahlen diese Menschen einen hohen Preis für ihre vermeidliche Sicherheit: das Erleben, das Gefühl, Zufriedenheit und Glück. Aber dafür bekommen diese Menschen auch in der Regel, das, was sie wollen: Funktionalität. Nur ist die menschliche Seele halt kein solches Uhrwerk, sondern bedarf in ihrer Komplexität der Erfüllung und Ausprägung von Sehnsüchten, Denkprozessen und impulsgebender Interaktionen. Eine Beziehung die sich darauf gründet nicht mehr allein zu sein, ist von vorn herein schon “gefährdet”, denn die Beziehung wurde ja zuerst aufgenommen für sich selbst (nämlich um nicht mehr allein zu sein) und nicht für den andern. Das bedeutet die eigene Individualität wird in solchen Beziehungen einen ganz anderen Stellenwert haben und eigene Vorstellungen eine ganz andere Priorität, für jeden einzelnen in dieser Beziehung. Das Glück erhebt sich darin, das “jemand da ist, und ich nicht allein bin.” Im Gegensatz zu diesen Paaren, stehen die, welche zusammenfinden um mit den anderen zusammen zu sein. Das bedeutet, das Glück erhebt sich ein Stück weit daraus, das “genau der Mensch da ist, für den ich was empfinde”. Die Ausgangsposition für solch eine Paarfindung ist somit eine andere, da diese auf einem Gefühl basiert. Immer wenn wir ein Gefühl wagen, riskieren wir etwas, nämlich enttäuscht zu werden. Und so gehen die Menschen, welche sich aufgrund eines starken Gefühles, einer Sehnsucht heraus binden, natürlich auch ein anderes “Risiko” ein und zeigen in der weiteren Interaktion in der Regel die Bestrebungen möglichts keine Enttäuschung zu riskieren.

Was ich bishier beschreiben habe sind nur Aspekte und Teile von Ursachen, warum Menschen letztendlich in die Paartherapie kommen. In der Regel ist es immer komplexer und es spielen noch weitere individuelle Faktoren mit hinein. In jeden Fall lässt sich aber immer wieder feststellen, das nicht die fehlende Zeit, der Alltag, der Stress die Beziehung kaputt macht, denn genau dem kann mit einer gesunden Beziehung sehr gut vorgebeugt werden.

Kurze Anmerkung noch zu allgemeinen Vorgehensweise in der Paartherapie :

In der Regel schaffe ich zuerst immer einen gleichen Raum für beide. Was bedeutet das? Beide können im Schutz der Therapiestunde alles ansprechen ohne das der andere wertet. Im Prinzip kommt es einem Aussprechen von Dingen gleich, welche sonst aus Angst vor Konflikten oder aus Angst vor Funktionsverlust nicht angesprochen werden. Das ist zuerst eine Übung. Wenn beide soweit sind, das sie die Sicherheit in der Therapie voll für sich nutzen können, beginne ich in der Regel die „Symptome der erkrankten Beziehung aufzuarbeiten“ . Findet dieser Prozess statt, widme ich mich in der Regel dann den Konflikten jedes Einzelnen und befähige beide schrittweise zur Autonomie. Das Ziel ist dabei, jeden so weit im Umgang mit den Anderen zu bringen, das keiner sich mehr im Erleben und Verhalten aus Angst vor dem anderen einschränkt. Ist dieser Prozess vollzogen, kann an der Reflexion von Denken und Fühlen gearbeitet werden und jeder einzelne ist nun in der Lage von dem Potest, auf dem er gerade steht entweder in die Freiheit zu gehen oder aber sich neu für den anderen zu entscheiden

Es gilt auf jeden Fall eines immer, wenn man nicht weiterkommt, ist es immer eine gute Idee sich helfen zu lassen.

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