Psychologische Praxis Johannes Husar
angst störung

Angststörungen

Dieser Text ist dem ICD 10 entnommen und wird von mir kommentiert.

Anmerkungen von mir zum Thema:

Angststörungen sind ein weites Feld. Im hauptsächlichen sollte man unterscheiden zwischen gerichteteten Ängsten und generellen Ängsten.  Das Gegenstück zur Angst ist Mut.

Mut erlangt man in der Regel durch das Risiko sich einer Angst zu stellen und am Ende zu erleben, das gar nichts Schlimmes passiert. Das ist ein Prinzip der Verhaltenstherapie. Bei gerichteten Ängsten mag das ein Lösungsmechanismus sein, ist aber bei generalisierten Änsgten ( in der Übersicht ab F41) kaum nachhaltig.

Eine Angst hängt immer mit einem Gedanken / Glaubenssatz / Überzeugung zusammen.  Diese sind immer das Resultat unserer Persönlichkeit. Hat diese Persönlichkeit bezüglich ihrer Wirksamkeit, ihres Bewusstseins oder ihreres Zugangs zu ihrem Gefühlen Einschränkungen, finden Ängste in kritischen Lebensumständen leicht eine offene Türe. Ängste kann gegen jede beliebe Situation , Tiere und Gegenstände entwickelt werden. Die im Anschluss aufgeführten, stellen nur eine kleine Auswahl dar.

 

F40-F48  Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

Exkl.:

In Verbindung mit einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-) (F92.8)

F40.-

Phobische Störungen

 

Info:

Eine Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depression auf. Ob zwei Diagnosen, phobische Störung und depressive Episode, erforderlich sind, richtet sich nach dem zeitlichen Verlauf beider Zustandsbilder und nach therapeutischen Erwägungen zum Zeitpunkt der Konsultation.

F40.0-

Agoraphobie

Info:

Eine relativ gut definierte Gruppe von Phobien, mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen. Eine Panikstörung kommt als häufiges Merkmal bei gegenwärtigen oder zurückliegenden Episoden vor. Depressive und zwanghafte Symptome sowie soziale Phobien sind als zusätzliche Merkmale gleichfalls häufig vorhanden. Die Vermeidung der phobischen Situation steht oft im Vordergrund, und einige Agoraphobiker erleben nur wenig Angst, da sie die phobischen Situationen meiden können.

F40.00

Ohne Angabe einer Panikstörung

F40.01

Mit Panikstörung

F40.1

Soziale Phobien

Info:

Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern.

Inkl.:

Anthropophobie

Soziale Neurose

F40.2

Spezifische (isolierte) Phobien

Info:

Phobien, die auf eng umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuss bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen beschränkt sind. Obwohl die auslösende Situation streng begrenzt ist, kann sie Panikzustände wie bei Agoraphobie oder sozialer Phobie hervorrufen.

Inkl.:

Akrophobie

Einfache Phobie

Klaustrophobie

Tierphobien

 

Exkl.:

Dysmorphophobie (nicht wahnhaft) (F45.2)

Nosophobie (F45.2)

F40.8

Sonstige phobische Störungen

F40.9

Phobische Störung, nicht näher bezeichnet

Inkl.:

Phobie o.n.A.

F41.-

 

Andere Angststörungen

Info:

Bei diesen Störungen stellen Manifestationen der Angst die Hauptsymptome dar, ohne auf eine bestimmte Umgebungssituation bezogen zu sein. Depressive und Zwangssymptome, sogar einige Elemente phobischer Angst können vorhanden sein, vorausgesetzt, sie sind eindeutig sekundär oder weniger ausgeprägt.

F41.0

  Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]           

Info:

Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die Panikstörung soll nicht als Hauptdiagnose verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression.

Inkl.:                Panikattacke

Panikzustand

Exkl.:

Panikstörung mit Agoraphobie (F40.01)

F41.1

    Generalisierte Angststörung

Info:

Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend". Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben.

Inkl.:

Angstneurose

               Angstreaktion

              Angstzustand

Exkl.:

Neurasthenie (F48.0)

F41.2

   Angst und depressive Störung, gemischt

Info:

Diese Kategorie soll bei gleichzeitigem Bestehen von Angst und Depression Verwendung finden, jedoch nur, wenn keine der beiden Störungen eindeutig vorherrscht und keine für sich genommen eine eigenständige Diagnose rechtfertigt. Treten ängstliche und depressive Symptome in so starker Ausprägung auf, dass sie einzelne Diagnosen rechtfertigen, sollen beide Diagnosen gestellt und auf diese Kategorie verzichtet werden.

Inkl.:

Ängstliche Depression (leicht oder nicht anhaltend)

F41.3

Andere gemischte Angststörungen

Info:

Angstsymptome gemischt mit Merkmalen anderer Störungen in F42-F48. Kein Symptom ist allein schwer genug um die Diagnose einer anderen Störung zu stellen.

F41.8

Sonstige spezifische Angststörungen

Inkl.:

Angsthysterie

F41.9

  Angststörung, nicht näher bezeichnet

Inkl.:

Angst o.n.A.